Biertypen

Obergärig

Die alkoholische Gärung des Bieres wird durch Hefekulturen ausgelöst. Beim obergärigen Prozeß sammelt sich die Hefe größtenteils an der Oberfläche. Gärtemperatur über 14° Celsius.

Untergärig

Die untergärige Braumethode konnte auf breiter Ebene erst nach Erfindung der modernen Kältetechnik 1877 angewendet werden. Sie erfolgt bei etwa 6 ° bis 12° Celsius. Untergärige Hefe setzt sich nach Ende des Gärprozesses am Boden ab.

Abteibier (Abbaye, Abdij)

Starkes, fruchtig schmeckendes Bier aus Belgien. Manche Benediktinerklöster vergeben Braulizenzen an Brauereien. Die dort gebrauten Biere sind von den echten Trappistenbieren inspiriert

Ale

Englische Bezeichnung eines Bieres, das traditionellerweise mit obergäriger Hefe gebraut wird. Es gibt milde, bittere, helle und braune Ale-Biere. IPA India Pale Ale wurde ursprünglich in England für Indien gebraut. Dieses Bier wurde mit überdurchschnittlichem Alkoholgehalt und Hopfenbitterkeit versehen um die lange Schiffsreise zu überstehen. Pale Ale übliche britische Bezeichnung für helle (pale) Ales im Gegensatz zu Brown Ale oder Porter. Irish Ale (Red Ale) hat typischerweise eine rötliche Farbe.

Alt

Obergäriges Bier von kupferner bis tiefbrauner Farbe aus dunklem Malz und viel Hopfen. Als sich Mitte des vorigen Jahrhunderts das untergärige Brauverfahren mehr und mehr durchsetzte, hielt man in Düsseldorf und am Niederrhein am „alten“ Verfahren (dem obergärigen) fest. Ähnlich dem britischen Bitter oder Pale Ale.

Aubi

Bezeichnung aus der DDR für ein alkoholfreies Bier.

Barley Wine

Englische Bezeichnung für eine besonders starkes Ale „Gerstenwein“.

Bernstein

Sehr ungenaue Bezeichnung in den USA für bernsteinfarbene Biere des europäischen Ursprungs.

Bière de Garde

Starkes aleähnliches Bier, typisch für Nordfrankreich.

Bitter

Englische Bezeichnung für ein gut gehopftes Ale. ESB Extra Special Bitter bekannt von Fuller, London. Wird in den USA oft nachgeahmt.

Bock

Angeblich vom Namen Einbeck abgeleiteter Begriff. Das Bier aus der niedersächsischen Stadt Einbeck wurde zu Hansezeiten nach ganz Europa exportiert. Für die langen Transportwege wurde es haltbar gemacht, d.h. stärker eingebraut. Bockbier hat heute mindestens 5,5 Volumenprozent Alkohol.

Braunbier

Mit dunklem Malz gebraute Bayreuther Spezialität. Sie wurde von der Brauerei Schinner wiederentdeckt.

Dampfbier

Obergärige Spezialität, die bei höheren Temperaturen vergoren wird. Im Lagertank entsteht Druck, der dampfartig entweicht. Das alte Rezept wurde von der Brauerei Gebrüder Maisel in Bayreuth wiederentdeckt.

Dinkel

Eine besondere Sorte, in der Dinkelmalz verwendet wird.

Doppelbock

Noch stärker als Bockbier eingebraut. Zuerst von Franziskaner-Mönchen in Bayern hergestellt. Sie nannten ihr Bier „Salvator“. Daraus resultiert die heutige Gewohnheit, Starkbieren Namen zu geben, die auf „-ator“ enden. Alkoholgehalt von mehr als 7,5 Vol.- %.

Dunkel

Unter- und obergärige Biere, zu deren Herstellung dunkles Malz verwendet wird. Früher in Brauereien gebräuchlich, denen für ihr Bier eher hartes Wasser zur Verfügung stand..

Eisbock

Starkbier, dem in einem speziellen Gefrierverfahren Wasser entzogen wird. Kulmbacher Spezialität, deren Herstellung durch Zufall entdeckt wurde: In einer kalten Winternacht gefror der Inhalt eines Fasses, das auf dem Brauereihof gelagert wurde.

Export

Untergäriges Bier, das nicht so stark gehopft wird wie Pilsener, also weniger bitter schmeckt. 5,25 bis 5,5 Vol.-%, oft im Dortmunder Braustil gebraut.

Framboise/Frambozen

Französische bzw. belgische Bezeichnung für Himbeerbier.

Gose

Ehemalige Leipziger Spezialität. Obergäriges Bier, der Berliner Weiße nicht unähnlich, dessen Rezept in den Sechziger Jahren als verschollen galt. Seit 1991 wird wieder Gose gebraut: von der Weißbierbrauerei Weißenburg für die Leipziger „Gosenschenke Ohne Bedenken“. Der Name „ohne Bedenken“ entstand auf die Nachfrage eines Gastes ob man diese Zeug wirklich trinken kann.

Gueze/Geuze

Altes und junges Lambic-Bier wird gemischt um einen perlenden Champagnereffekt zu erzeugen.

Hell/Helles

In der Regel untergärige Biere, die mit hellem Malz gebraut werden, also eine helle Farbe haben. Wird überwiegend im süddeutschen Raum vertrieben/hergestellt.

Ice Beer

Eins der Trendgetränke, mit denen der Bierabsatz angekurbelt werden soll. Untergäriger Biersud wird kurz gefroren, so dass sich Eiskristalle bilden. An diese lagern sich Bitterstoffe an. Das bittere Eis wird weggefiltert, das Ergebnis ist ein mildes, erfrischendes Bier ohne Malzüberhang.

Jopenbier

. Jopenbier wurde ursprünglich in Danzig gebraut. Es ist ein dem Porter ähnliches Bier, das ohne den Zusatz von Hefe vergoren wird.

Kellerbier

Kräftiges Bier ohne oder mit wenig Kohlensäure. Der Name stammt aus der Zeit vor Erfindung der Kühlmaschine. Das Bier für die warme Jahreszeit musste in kühlen Kellern gelagert werden.

Kölsch

Obergäriges, helles Bier, das nur in Köln hergestellt werden darf. Es ist relativ kohlensäurearm und bildet nur schwachen Schaum. Mit dem Düsseldorfer Alt verwandt, aber das hört man in Köln nicht gern.

Kräusen

Wiederbelebte Spezialität der Bremer Brauerei Haake-Beck – ein Pilsner, dessen Hefepartikel nach der Gärung nicht herausfiltriert werden. Kenner schätzen das reiche Aroma.

Kriek

Flämischer Begriff für eine Kirschsorte, die manchen Bieren zugegeben wird.

Kristall

Werden die Hefepartikel des Weizenbieres nach der Herstellung herausgefiltert, ist es kristall-klar. Verbleiben die Partikel im Bier, wird es hefetrüb. Heute bieten viele Weizenbierbrauer ihr Produkt in beiden Versionen an.

Lager

Englische Bezeichnung für ein untergäriges Bier, jüngst auch wieder in Deutschland üblich bei den s.g. Trendbieren wie z.B. Binding Lager.

Lambic

Belgische Bezeichnung für ein Bier, das unter Zusatz von „wilden“ Hefen vergährt wurde. Unter s.g. „wilden Hefen“ versteht man keine Reinzuchthefe die üblicherweise für die Bierherstellung verwendet wird, sondern Hefe die sich eher „zufällig“ in der Umgebungsluft des Gärraumes befindet.

Maibock

Bockbier, das im späten Frühjahr (März bis Mai) gebraut wird. Es werden Helle und dunkle Varianten gebraut.

Märzen

Vor Erfindung der modernen Kühltechnik ging die Brausaison im März zu Ende. Das März-Bier wurde stärker eingebraut, um es haltbar zu machen und den Sommer über in kühlen Kellern lagern zu können.

Naturtrüb

Bier, dessen Hefepartikel nicht herausfiltriert werden, weshalb es trüb, wie die Natur es schuf, ausschaut.

Oktoberfestbier

Gewöhnlich ein helles Märzen welches anlässlich des Münchner Oktoberfestes gebraut wird.

Old Bruin

Flämisch für „alt braun“. Ein dunkles/braunes Lager welches in Belgien und in den Niederlanden vorkommt.

Pilsator

Ostdeutsche Bierspezialität weniger herb als Pils – jedoch auch weniger malzig als Export.
5vol% alc., 11,5 – 12% Stammwürze, 12 EBC, Hopfengehalt 26-39 IBU

Pilsener

Trat seinen Siegeszug Mitte des vergangenen Jahrhunderts an. Die untergärige Braumethode der böhmischen Brauer wurde mit Ausnahme Bayerns und des Niederrheins fast überall in Deutschland übernommen, nachdem die für den kalten Gärprozeß notwendige Kältetechnik verfügbar war. Heute sind zwei Drittel aller konsumierten Biere nach Pilsener Art hergestellt.

Porter

Üblicherweise englisches dunkelbraunes oder schwarzes Bier, gebraut mit stark gedarrtem Malz, ausgewogen gehopft, traditionell obergärig.

Puparsch

Einfachbier aus dem vorigen Jahrhundert welches mit Zuckercouleur gefärbt und mit Süßstoff versetzt worden ist. Dieses Bier wurde vor dem Verkauf mit Hefe versetzt und erlangte beim Konsument seine Trinkreife. Stammwürzegehalt 4 bis 5,5 % .Verbreitungsgebiet: Harz

Rauchbier

Die Gerste für dieses dunkle Bier wird über einem offenen Holzfeuer zu Malz gedarrt. Daher sein Geschmack, der an schottischen Maltwhsiky erinnert. Rauchbier ist heute eine Spezialität einiger Bamberger Brauereien.

Roggenbier

Ähnlich wie beim Weizenbier wird beim Roggenbier zusätzlich zum Gerstenmalz Roggenmalz verwendet. Roggenbier ist obergärig

Scheps

Dieses alkoholarme Bier wurde in früheren Jahren vor allem für die Erntearbeiter gebraut. Verbreitungsgebiet: Bayern

Schwarzbier

Meist sehr dunkles untergäriges Bier. In der Regel aus Thüringen bzw. aus der DDR-Zeit. Das Bekannteste ist wohl das Köstritzer.

Seefahrtsbier

Dieses Bier wird heute nur noch am zweiten Freitag des Februar im Bremer Ratskeller gebraut, zur sogenannten Schiffermahlzeit. Früher wurde es am Ende des Winters den Seeleuten vor dem Auslaufen dargeboten. Das Seefahrtsbier ist sehr malzig.
So zumindest schreiben es ein duzend Heimbrauer von der bier.de ab, uns ist weder dieses Bier noch ein Bier-Ratskeller in Bremer (der ist eigendlich ein Winzerkeller) bekannt.

Steinbier

Für das Steinbier werden Natursteine über dem offenen Feuer erhitzt und in die Maische getaucht. Der Malzzucker karamelisiert auf der Steinoberfläche. Bei der Nachgärung werden diese Steine dann erneut hinzugegeben.

Stout

Dunkelbraun bis schwarz,. mit stark geröstetem Getreide und obergäriger Hefe hergestellt. Süße Stouts sind eher in London beheimatet, hopfigere, trockenere Sorten in Dublin und Cork.

Trappisten

Strenger Mönchsorden, der in verschiedenen Klöstern ein starkes Bier mit einem eigenen Charakter braut. Das Logo auf dem Etikett weist darauf hin, dass es sich um ein echtes Trappistenbier handelt. Es gibt sieben Klöster, sechs in Belgien und eines in den Niederlanden.

Triple/Tripel

In der Regel ein starkes, helles, aromatisches, hopfiges, Ale.

Weißbier, Weizenbier

Obergäriges Bier aus einer Mischung von Gersten- und Weizenmalz. Da die Gärung früher mit Hefe und Milchsäure in Gang gesetzt wurde, konnte es zu einem unangenehmen Beigeschmack kommen, der mit einem Spritzer Zitrone neutralisiert wurde. Der Gesetzgeber schreibt als Mindestanteil 50 Prozent Weizenmalz vor. Durch seinen hohen Kohlensäuregehalt wirkt es erfrischend, was es außerhalb seines bayerischen Kerngebietes zu einem sommerlichen Trendgetränk machte. Da der Alkoholgehalt entgegen landläufiger Meinung ein wenig höher ist als der des Pilseners, löschen Kenner ihren Durst zwar zuerst mit Weißbier, dann aber gehen sie zum Pils mit etwas weniger Volumenprozenten über.

Wiess

Naturtrübes Kölsch, welches auf Grund seiner Trübe nicht als Kölsch bezeichnet werden darf.

Weiße, Berliner

Obergäriges Bier aus Gersten- und Weizenmalz. Die zweite Gärung erfolgt mit Milchsäure. Daraus resultiert in alter Zeit manchmal ein unangenehmer Beigeschmack, der mit einem Schuß Waldmeister- oder Himbeersirup übertönt wurde.

Zoigl

Zoigl ist ein ungefiltertes, untergäriges Bier, das entweder hell oder dunkel gebraut wird. Die Maische für den Zoigl wird im Kommunbrauhaus eingebraut. Die Würze nehmen die jeweiligen Zoiglbrauer mit nach Hause und versetzen sie im eigenen Gärkeller mit Hefe. Da verschiedene Hefen verwendet werden gibt es Schwankungen im Geschmack.

Zwickelbier

Der Zwickelhahn ist eine Zapfvorrichtung im Lagertank zur Probenahme des reifenden Bieres. Die Benutzung ist nur den Brauern vorbehalten. (Das Bier ist hier noch nicht versteuert). Hier kann man ein frisches, unfiltriertes Bier direkt aus dem Tank zapfen. Das „Zwickeln“ gehört zu den Lieblingsbeschäftigungen aller Bierbrauer. Der Zwickelhahn ist in ca. 1/3 der Tankhöhe angebracht. Wenn am Zwickelhahn kein Bier mehr zu entnehmen ist, dann war es ein wirklich guter Sud!